Cheers im „Barrel Head Brewhouse“ in San Francisco


Gastautor Matthias Kothe war für uns in San Francisco auf der Suche
nach angesagten Nightlife-Spots – und hat einen coolen Pub entdeckt,
der sein selbstgebrautes Bier aus einem Torpedo zapft.

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Craft Beer-Fans, willkommen in Kalifornien! Nirgendwo sonst in den USA gibt es mehr Mikrobrauereien als im Sonnenstaat an der südlichen Westküste. Besonders viele tummeln sich in San Francisco und seiner Bay Area sowie auf der Peninsula, an dessen Nordspitze sich die weltoffene Stadt mit ihrer tomatenroten Golden Gate Bridge niedergelassen hat. Die microbreweries sind bekannt und berüchtigt für ihren unkonventionellen Unternehmergeist und ihre manchmal verrückten Ideen – wie Bier mit rosa Grapefruit zu brauen, mit Pfirsichen oder Kürbis. Das ist kreativ, originell, schmeckt verblüffend gut und ist ideal für das nahezu ständig sonnig-warme Wetter und gut gelaunte Menschen, die offen sind für Neues und Ungewöhnliches im Land der begrenzten Unmöglichkeiten.

Eines der besten Beispiele für diesen entspannten California Way of Life ist das „Barrel Head Brewhouse“ in San Francisco. Natasha Gatto, Brendan Card, Davin Affrunti und Ivan Hopkinson haben ihren Brauerei-Pub im Stadtteil Western Edition (unter Einheimischen nur „Nopa“ genannt, North of the Panhandle) im März 2014 eröffnet, und seitdem brummt der Laden jeden Tag! Wer das trendige Bierlokal nicht kennt, marschiert leicht daran vorbei. Denn einen Namen sucht man vergeblich an der pechschwarzen Fassade, nur ein kleines Holzfass überm Eingang deutet darauf hin, dass sich drinnen Süffiges zusammenbraut.

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Vier 1.325 Liter (350 Gallons)-Edelstahlkessel umrahmen die 150 Sitzplätze an den wuchtigen Tischen mit dicken Holzplatten aus Monterey Zypresse – von der Galerie hat man einen prima Blick auf den Arbeitsplatz von Braumeister Kirk Hillyard, der jeden Montag eine Handvoll Biere mit manchmal außergewöhnlichen Zutaten und witzigen Namen braut: „America’s Next Hop Model Wet IPA“ etwa (eine stämmige, 6,2prozentige, goldblonde Schönheit aus erstklassigen Hopfen, der im Englischen „Hop“ heißt und ein Wortspiel mit der beliebten TV-Sendung „America’s Next Top Model“ ist) oder „Duffman Pilsner“ (schmeckt mit seinen vergleichsweise leichten
5 Vol. % nach Gras und Orange und wird mit blumig-würzigem Hallertauer Hopfen
aus Deutschland gebraut) oder „Pumpkin Peach IPA“ (geniales Bier mit erfrischenden 6,1 Vol. %, das mit Kürbis gebraut und mit Pfirsichen fermentiert wird).

DSC_8473Die aktuell fünf Biere aus der eigenen Brauerei fließen – neben 24 weiteren,
fast ausschließlich kalifornischen Craft Beer-Spezialitäten – hinterm klobigen Bartresen aus Zapfhähnen, die auf einen echten Torpedo montiert wurden, der am Baker Beach südlich der Golden Gate Brigdge gestrandet ist.
„We’re getting people bombed the right way“, witzelt Ivan Hopkinson, und verrät auch gleich, dass sie niemals ein Bier zweimal brauen.

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Die selbst gebrauten Biere stehen also nur für ein paar Wochen auf der Karte, kosten pro Pint (0,473 Liter) zwischen 6 und 8$; als „Flight du Jour“ in fünf kleinen Probiergläsern 10$), und werden auch in der 6 Pint-Flasche fürs Strandpicknick oder die Gartenparty verkauft (21$ plus 10$ für die Flasche).

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So lecker und einfallsreich wie die Biere ist auch das Essen, das Küchenchef Michael Kepatanakis mit Zutaten und gartenfrischen Kräutern aus der Bay Area und natürlich mit dem eigenen Bier zubereitet. Sein Comfort San Francisco Food (damit meinen Einheimische unkomplizierte, aber originelle Leckerbissen, die einfach gute Laune machen) ist ein kreativer Mix aus den besten Küchen der Welt und ein Genuss fürs Auge, den Gaumen und die Seele. Die „Hog Island Sweetwater Oysters“ (18$) etwa bekommen ihren überraschend scharfen Kick mit Pickled Serrano Chili aus Mexiko, den True Cod-Fisch für „Fish and Chips“ (17$) kocht Mike mit einem Schuss „Nora Belle’s Oktoberfest“-Bier, und sein verdammt gutes „Pulled Pork Stuffed Naan“ (14$) wird mit Tzatziki (eine Hommage an seine griechische Wurzeln), Koriander, Harissa und etwas „Duffman Pilsner“ in der Sauce im indischen Naan-Fladen serviert.

Wer sich für ein paar Dollar durch die Speisenkarte schlemmen möchte, sollte am Wochenende unbedingt einen Platz reservieren und zum Brunch kommen (Sa 12-15 Uhr, So 10-15 Uhr). Eine Happy Hour gibt es auch – die nennt sich hier „Hoppy Hour“ und wird unter der Woche täglich von 16-18.30 Uhr angeboten (2$ Rabatt auf alle Biere vom Fass, auf alle Brewtails und Cocktails sowie Wein).

Barrel Head Brewhouse
1785 Fulton Street
San Francisco, CA 94117
www.barrelheadsf.com

Geöffnet:
Mo & Di 16-24 Uhr
Mi-Fr 16-2 Uhr
Sa 12-2 Uhr
So 10-24 Uhr

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