Schmecktakulär: „Off the Grid“ in San Francisco


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von Matthias Kothe

San Francisco ist ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen aus aller Welt und ein Kessel Buntes, wenn’s ums Essen geht. Eine der besten und mit Sicherheit buchstäblich schönsten Gelegenheiten, die faszinierende kulinarische Vielfalt der nordkalifornischen Metropole an einem Abend zu erleben und zu genießen, ist das „Off the Grid“-Event jeden Freitag im Fort Mason Center an der Bay.

Wikipedia beschreibt „Off the Grid“ als „eine selbstgenügsame Lebensweise, die geringe Abhängigkeit von öffentlichen Einrichtungen aufweist“ und die sich am besten mit „netzunabhängig“ übersetzen lässt. Well, das klingt sehr dröge und öde und macht nun so gar nicht Appetit auf das, was ich euch hier empfehlen möchte. Deshalb hier mein fixer Versuch einer Definition im kalifornischen Sinne: „Off the Grid“ ist eine Open Air-Schlemmerparty mit 20-30 Imbisswagen (so genannten „Food Trucks“) und einem Dutzend Küchenzelten, die sich regelmäßig an einem Platz in der Stadt zu einer Art Wagenburg formieren und frisch vor Ort gekochte und zubereitete Leckerbissen servieren – mit Livemusik, Bänken und Stühlen, Lichterketten und Hunderten von (lebens)hungrigen und gut gelaunten Menschen jeden Alters mittendrin und drumherum. Und all das passiert jeden Freitagabend im Fort Mason Center an der Bay und vor der Bilderbuch-Kulisse der Golden Gate Bridge!

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„Food Trucks“ sind in den USA seit Jahren hip und chic. Die mobilen Mini-Küchen auf vier Rädern stehen an beinah jeder Straßenecke und versorgen Morgenmuffel, Büroangestellte, Shopping-Bummler und Nachtschwärmer mit Streetfood frisch auf die Hand – lecker, schnell und bezahlbar. Gekocht wird, was Herd und Grill im Innern des Wagens hergeben: uramerikanische Burger und Hot Dogs sowie Ribs und Steaks, mexikanische Burritos und Tacos, chinesische Dim Sums, indische und thailändische Curries, japanische Sushi und Kushi, griechisches Gyros, italienische Pasta und Pizza, vietnamesische Nudelsupen, koreanische Pommes mit Kimchi, nepalesische Teigtaschen mit würzigem Hühnchen und Schweinefleisch oder einfach nur Sandwiches mit Hummer, Krabben oder Pulled Pork mit selbst gemachten Dips und Relishes.

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Erst seit 2010 werden diese köstlichen „Off the Grid“-Happenings mit mehreren Dutzend Food Trucks versammelt an einem Platz regelmäßig in ganz San Francisco, in den kleineren Städten entlang der Peninsula sowie in Sacramento und San Diego veranstaltet. Das Highlight jedoch ist und bleibt für mich der Freitagabend im Fort Mason Center!

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Lobsta Truck’s Spezialität: frischer Maine-Hummer und Dungeness-Krabben auf geröstetem Baguette mit Kräuter-Mayonnaise ($14 und $13).

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Best of Boneyard: das „Roasted Pork Tenderloin Sandwich“ mit unter einer Kräuterkruste gegrilltem Schweinefilet, Rucola und Wasabi-Mayonnaise und das „Texas Beef Brisket“ (Rinderbrust) für jeweils $12.

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Very chilled: The Boneyard’s „Bar“ mit Craftbeer und Softdrinks

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Curry in a hurry: besonders empehlenswert am Food Truck von „Curry up now“ sind das „Naughty Naan“ (Naan-Sandwich mit Chicken Tikka Masala für $10) und die „Deconstructed Samosa“ (Mini-Teigtaschen mit Rindfleisch oder Hühnchen, Bohnen, scharfer Sauce aus gehackten Tomaten, Zwiebeln und Chili-Schoten für $8).

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Feines Feuerfleisch: „Bobcha“ serviert das koreanische Festtagsgericht „Bulgogi“ als Burger mit Rindfleisch, das mit Frühlingszwiebeln, Sesamöl, Soja-Sauce, Knoblauch, Pfeffer und Zucker erst süßlich mariniert und dann über offenem Feuer gegrillt wird.

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Südstaaten-Special: im Food Truck von „Southern Comfort Kitchen“ wird gekocht wie in New Orleans – handfeste und herzhafte Cajun-Leckerbissen à la „Chicken and Sausage Jambalaya“ (eine Art Paella mit Reis, pikantem Hühnchen und geräucherter Wurst, Gemüse und allerlei karibischen Gewürzen für $12) oder „Fried Shrimps and Cajun Fries“ (Kartoffelstücke mit Cayenne-Pfeffer, Knoblauch und Koriander; $10).

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Tolle Teigtaschen: bei „Happy Dumplings“ stehen nicht nur die Kochtöpfe hinterm Zelt unter Volldampf. Die mit Gemüse und Glasnudeln, mit Hühnchen und Koriander oder mit Schweinefleisch und Weißkohl gefüllten Teigtaschen gibt’s schon für $1,50 das Stück.

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Unbedingt probieren am Zeltstand von „El Pipila“: die mexikanischen Tacos mit gebratenen Hühnchenwürfeln, Koriander, Zwiebeln und einem Sprizter Limettensaft ($7) und den riesigen mit Chilipulver bepuderten Mango-Lollipop ($4).

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Geschlemmt wird, wo gerade Platz ist: im Stehen, im Gehen, an Tischen
und auf Treppenstufen oder in der Warteschlange vor dem Food Truck nebenan. Lecker und lustig ist’s überall.

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Drinks & Drums: In der Mitte der Food Truck-Wagenburg ist Platz
für die Bar-Zelte (Cocktails, Sangria und Weine aus dem benachbarten Napa Valley und Sonoma Valley für happige $10-$14 das Glas) und die Bühne mit jazziger Livemusik bis kurz vor Zehn. Dann gehen hier und, man mag’s kaum glauben, auch in den Restaurants und einigen Bars von San Francisco für diesen Abend die Lichter aus.

 Off the Grid
@ Fort Mason Center
San Francisco
ganzjährig jeden Freitag 17-22 Uhr
www.offthegrid.com

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