Carlos I Colegio del Brandy & Competition 2016 in Düsseldorf


Die Bartender von links: Jannik Preusche (Lucky7-Bar, Hannover), Kosta Jovanovski (Sheraton Hotel, Frankfurt) und Carsten Moeller (Breidenbacher Hof, Düsseldorf). Die Jury von rechts: Uwe Christiansen, Jürgen Deibel, Charles Schumann und Nils Wrage, Chefredakteur der Mixology Zeitschrift.

Am 8. Juni veranstalte Carlos I-Solera Gran Reserva Brandy aus der Grupo Osborne
in der Düsseldorfer „View Bar“ seine diesjährige „Colegio del Brandy & Competition“.
Die Veranstaltung war die zweite von insgesamt drei Workshops, die Spirituosenexperte Jürgen Deibel, Deutschlands bekanntester Barkeeper Charles Schumann, Hamburgs Bar-Koryphäe Uwe Christiansen und der Gewinner der Carlos I Colegio del Brandy & Competiton 2015 Markus Weller in diesem Jahr hielten. Die erste war in der „Harry´s New York Bar“ in Berlin, und nach dem Workshop in Düsseldorf geht es weiter in die „Schumanns Bar“ in München.

Teilnehmen an dem Workshop durften wie im vergangenen Jahr nur Bartender und Mixologen, die einen Cocktail mit Carlos I-Brandy kreierten. In diesem Jahr mussten die Teilnehmer allerdings einen klassischen Brandy-Cocktail (wie etwa „Mint Julep“ oder „Brandy Crusta“) neu interpretieren. Nur die Besten aus Hunderten von Bewerbern wurden zu den Workshops in eine der drei Städte eingeladen.

von links: Michel Franz (Lucky7-Bar, Hannover), Tobias Ge (Williams Bar, Düsseldorf und ehemaliger Hannoveraner), Hendrick Backers (Das Lux, Münster) und Stephan Dorenbusch (Kurt 16, Hannover).

In Düsseldorf waren übrigens knapp die Hälfte der Teilnehmer aus Hannover –
ein tolles Beispiel, dass die Barkultur in der niedersächsischen Landeshauptstadt
auch bundesweit immer mehr wahrgenommen wird. Noch schöner war für mich allerdings, dass wir wieder als Trio von der „Lucky7-Bar“ angetreten sind –
soviel wie keine andere Bar!

Die Workshops beinhalteten in diesem Jahr eine kritische Präsentation oder Vortrag?/Interpretation von Bar-Legende Charles Schumann über die Rolle des Gastgebers bzw. über die Rolle des Bartenders, der heutzutage – so Schumann –
sich oft wichtiger nimmt und fühlt als der Gast, der seine Bar betritt.
Jürgen Deibel hingegen begeisterte uns für das Abenteuer „Fass“.
Erstaunlich, worauf bei der Lagerung von alkoholhaltigen Getränken zu achten ist:
so sind etwa die Größe und die Holzart eines Fasses nur einige Kriterien,
die sorgfältig abzuwägen und zu berücksichtigen sind, bevor das Fass
mit einer Spirituose oder einem fertigen Cocktail gefüllt werden kann.

Nach einer kurzen Pause wurde es Zeit für den letzten und praktischen Teil
des Workshops. Die Aufgabe: in kleinen Gruppen einen klassischen Brandy-Cocktail
neu interpretieren. Binnen einer Stunde mussten wir mit den gegebenen Mitteln
und Möglichkeiten unsere Kreativität sowie unser Verständnis für Teamwork
unter Beweis stellen – eine nicht immer einfache Kombination,
ist doch jeder Bartender auch gern sein eigener Künstler.

Der freiberufliche Bartender Bedo Tomen aus Hannover „wirft“ (nach einer klassischen Cocktail-Zubereitungsart aus dem 19. Jahrhundert) einen „Carlos Alexander“ – unsere Interpretation von einem „Brandy Alexander“. Im Gegensatz zum Originalrezept (Brandy, Crème de Cacao und Sahne) verwendeten wir Carlos-Brandy, frische Arabica-Kaffeebohnen, den französischen Orangenlikör Dry Curaçao von Pierre Ferrand, etwas Zuckersirup, Cream Sherry von Osborne und frische Vollmilch. Juror Charles Schumann schaut gespannt zu und scheint fasziniert.

Am Ende wurde mir wieder einmal klar, dass heute bei vielen Cocktail-Wettbewerben die kreative Seite eines Drinks immer mehr in den Hintergrund gerät.
Gefragt sind die Show und das „Verkaufen“ eines Cocktails mit möglichst skurrilen und nicht zwingend direkt mit dem Drink in Verbindung stehenden Storys. Diese Geschichten werden erstaunlicherweise nicht selten besser honoriert als die individuelle Persönlichkeit eines Drinks, seine einzigartige Komposition sowie die Ausdrucksstärke und Harmonie seiner einzelnen Zutaten. Kurzum: Entertainment ist schrecklich in, Dokumentation ist total out. Doch was sich am Tresen und im Glas durchsetzt muss jeder für sich selbst entscheiden.

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